Rügen zeigt sich Ende März von einer besonders reizvollen Seite: Die Insel ist noch still, die Strände sind weitgehend leer, das Licht klar und wechselhaft. Zwischen rauer Küste, mondäner Bäderarchitektur, monumentalen Gebäudestrukturen und ersten Zeichen des erwachenden Strandlebens entsteht ein abwechslungsreicher fotografischer Spielraum.
Gemeinsam entdecken wir diese Insel nicht nur als Motiv, sondern als Ort für persönliche Bildideen, visuelle Experimente und neue fotografische Perspektiven.
Ausgangspunkt unserer Fototouren ist Sassnitz. Rund um den Hafen begegnen uns Fischerboote, Molen, Arbeitsgeräte, maritime Details und Spuren des Alltags. Hier lassen sich kleine Bildgeschichten entwickeln, grafische Strukturen entdecken und Farben, Formen und Oberflächen bewusst gestalten. Auch die Sassnitzer Altstadt mit ihren Villen, Treppen, Durchblicken und der unmittelbaren Nähe zum Meer eröffnet vielfältige Möglichkeiten zwischen Architektur-, Street- und Reisefotografie.
Im Nationalpark Jasmund wird die Landschaft selbst zur Bühne. Noch kahle oder gerade austreibende Buchen, dunkle Stämme, helle Kreide und bewegtes Wasser bilden starke Kontraste. Dabei geht es nicht um das möglichst perfekte Landschaftsfoto, sondern um die eigene fotografische Interpretation: durch Reduktion, ungewöhnliche Ausschnitte, Televerdichtung, Langzeitbelichtung oder bewusste Bewegungsunschärfe.
Einen spannenden Gegenpol dazu bietet Prora. Die endlosen Fassaden, strengen Wiederholungen und die monumentale Wirkung der Architektur treffen unmittelbar auf Kiefernwald, Dünen und Ostseestrand. Hier beschäftigen wir uns mit Rhythmus, Maßstab, Perspektive und dem Menschen im architektonischen Raum. In Binz begegnen uns dagegen elegante Bädervillen, Promenade, Seebrücke und das vorsaisonale Strandleben. Erste Strandkörbe, Spaziergänger, Wind, Wetter und stille Übergänge zwischen Winter und Frühling bieten Motive für atmosphärische Serien und kleine visuelle Erzählungen.
Sellin ergänzt diese Vielfalt mit seiner markanten Seebrücke, der Himmelsleiter und der Verbindung von Architektur und Meer. Bei passendem Licht arbeiten wir hier bis in die Dämmerung und nutzen die Blaue Stunde für Langzeitbelichtungen, Farbkontraste und reduzierte Bildkompositionen.
Im Mittelpunkt des Workshops steht nicht die Technik um ihrer selbst willen, sondern die gestalterische Absicht. Sie lernen, Motive bewusster wahrzunehmen, Bildideen klarer zu formulieren und fotografische Entscheidungen gezielt zu treffen. Während der Fotowalks erhalten Sie individuelle Unterstützung direkt an Ihren Motiven, sodass der Lernerfolg bereits vor Ort entsteht. Tägliche Bildbesprechungen helfen anschließend dabei, Bildwirkung, Gestaltung und persönliche Handschrift weiterzuentwickeln.
Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene, die ihre fotografische Wahrnehmung schärfen, kreative Ausdrucksformen erproben und Rügen jenseits klassischer Urlaubsmotive entdecken möchten.
Kurszeiten: Die Kurszeiten werden flexibel an Licht, Wetter und fotografische Schwerpunkte angepasst.
Organisatorisches: Die Fotospots in Sassnitz sind teilweise zu Fuß erreichbar. Für weiter entfernte Ziele wie Prora, Binz oder Sellin werden vor Ort Fahrgemeinschaften organisiert. Wetterfeste Kleidung, gutes Schuhwerk und ein gewisses Maß an Trittsicherheit sind für die Küsten- und Waldwege erforderlich. Ein Stativ und ND-Filter sind zu empfehlen.